Mittwoch, 4. Juli 2018

IRONMAN AUSTRIA 2018 - An manchen Tagen ist man der Hund, an anderen die Laterne­čśë

Bereits in meiner Offseason im letzten Jahr habe ich mir den Ironman Austria, mein Lieblings- und Heimrennen als Jahreshighlight f├╝r die Saison 2018 ausgesucht, nachdem ich mich letztes Jahr Zweck's Punktejagd f├╝r Hawaii f├╝r den Ironman Frankfurt entschieden habe.
Seitdem habe ich mich f├╝r diesen Wettkampf vorbereitet. Das Wintertraining blieb neben vielen Indoorstunden durch viel Alternativtraining abwechslungsreich und hat trotz der k├╝hlen Temperaturen Spa├č gemacht. Die Vorbereitungsrennen verliefen erfolgreich und best├Ątigten die Wirksamkeit des Trainings. Seit Monaten konnte ich jede einzelne Trainingseinheit umsetzen, die Meisten, bis auf ein paar Schwimmeinheiten, richtig gut. Ich war noch nie so zuversichtlich hinsichtlich meiner Form. Im Vergleich zu den meisten Rennen hatte ich diesmal sogar fr├╝hzeitig 'alle sieben Zwetschgen' beisammen. Material war top und ich war bereit und voller Vorfreude. Ich hatte das Gef├╝hl, Alles richtig gemacht zu haben.

Vor dem Rennen sind unz├Ąhlige Nachrichten mit Gl├╝ckw├╝nschen eingetrudelt – ich war ├╝berw├Ąltigt und ger├╝hrt wie viele Leute mitfiebern. Viele sind pers├Ânlich angereist um mich vor Ort lauthals zu unterst├╝tzen. Vor meinem inneren Auge hat der Wettkampf bereits mehrere Male stattgefunden: „Es ging mir richtig gut, der Abstand nach dem Schwimmen war gering, am Rad fuhr ich einen soliden Split und beim Laufen gelang mir zum ersten Mal ein Sub 3h Marathon, nachdem ich schon mehrmals an der magischen Grenze gekratzt habe. Die Stimmung am Streckenrand hat mich gepuscht, die Sonne hat mich mit Energie aufgeladen und die mitstreitenden Athletinnen haben mich zu H├Âchstleistungen getrieben und ich konnte ganz vorne mitspielen“. So h├Ątte ich mir das ungef├Ąhr vorgestellt;)

So war es tats├Ąchlich:
Hochmotiviert und gut gelaunt, etwas nerv├Âs aber zuversichtlich stand ich an der Ziellinie, bereit f├╝r einen langen, aber gro├čartigen Tag bei perfekten Bedingungen und noch besserem Support an der Strecke. Nach dem Schwimmstart musste ich nach einem leichten Gerangel die Brille gerade richten und hab die ausgesuchten F├╝├če zum Wasserschattenschwimmen gleich verloren. Es bildete sich bald eine Gruppe, in der das Tempo h├Âher sein h├Ątte k├Ânnen, aber vorne weg schiwmmen h├Ątte vermutlich zu viele K├Ârner gekostet. Trotz des eher gem├╝tlichen Tempos fuhr wie aus dem Nichts nach 2km ein schmerzhafter Krampf in meine linke Wade. F├╝r mich unverst├Ąndlich, da ich NIE, niemals Kr├Ąmpfe habe, nicht im Training und auch noch nie im Wettkampf. Der n├Ąchste Krampf folgte im Lendkanal auf halber H├Âhe. Von dort weg versuchte ich nur mehr ├╝ber die Arme zu schwimmen und konnte das linke Bein nur nachziehen.

Nach einem schnellen Wechsel hatte ich nun 180km Zeit die Muskulatur f├╝r das Laufen wieder aufzulockern. Leichtes Dehnen und Entlasten hat nicht geholfen. Nach etwa 50km krampfte nun die auch die andere Wade, sowie die Oberschenkelr├╝ckseite. Die restliche Strecke bis zur Wende wurden die Kr├Ąmpfe st├Ąrker und die Wade hat komplett zugemacht. Ich war mir sicher, dass meine Muskulatur dem Marathon and diesem Tag nicht standhalten wird. In Klagenfurt hatte ich immer ein spitzen Rennen. Niemals wollte ich bei diesem Rennen aussteigen! Kurz vor dem Stadion entschied ich mich schweren Herzens, zur├╝ck in die Wechselzone zu rollen. Prompt schossen mir die Tr├Ąnen in die Augen und ich musste vom Rad steigen und nach Luft ringen. Nachdem ich wieder einigerma├čen Luft bekam, rollte ich heulend wie ein Schlosshund zur├╝ck in die Wechselzone. Ich war so entt├Ąuscht! Das h├Ątte 'mein Rennen' werden sollen. Ich habe mich so darauf gefreut! Als ich vom Rad stieg, konnte ich kaum gehen – auch wenn es schmerzhaft war, es war die richtige Entscheidung. Ich wollte nur weg... und in der Unterkunft in Selbstmitleid ertrinken. Zum Gl├╝ck hat mich mein Schatz Lotz an der Hand wieder an die Strecke gezogen. Meine Support Crew war so verst├Ąndnisvoll und aufmunternd, dass es mir gleich viel besser ging. Danke!! Ihr seid die Besten!! Auch das Anfeuern anderer Athleten hat irgendwie gut getan, auch wenn es mir manchmal die ein oder andere Tr├Ąne rausdr├╝ckte, wenn mich wer fragte was los war. 

Alles hat seinen Grund. Diesmal hat es einfach nicht sein sollen. So ist das im Sport, das macht die
Faszination Ironman aus. Der Tag ist lang, einmal geht Alles auf, einmal k├Ąmpft man sich m├╝hsam durch, es gibt Hochs und Tiefs, einmal spuckt einen das Rennen aus. Mich hat es diesmal ausgespuckt – ich liebe es trotzdem:) Ironman Austria ist einfach das sch├Ânste Rennen f├╝r mich! Heute zwei Tage sp├Ąter, habe ich bereits wieder auf der Strecke trainiert und Pl├Ąne geschmiedet.
Ich war mir so sicher, das alles Gut geht, dass ich mich f├╝r kein Backup Rennen angemeldet habe - "so not pro" (@finishermagazin­čśë) oder einfach nur zu optimistisch?! Nun habe ich Zeit mich zu sammeln - Ende Juli will ich wieder topfit an der Startlinie einer Langdistanz stehen!

Danke f├╝r die vielen lieben Nachrichten!!! Ich habe mich ├╝ber jede einzelne gefreut­čśŐ 
Lisi

Dienstag, 29. August 2017

SEASON 2017 REVIEW & PREVIEW

UP AND DOWN AND UP...
So ist das im Sport mit den Hochs und Tiefs – beim Ironman Brazil Ende Mai war ich in Topform, hatte aber leider mit den Wetterbedingungen zu k├Ąmpfen. Bei Regen und k├╝hleren Temperaturen funktioniert meine Maschine nicht so, wie ich es gerne h├Ątte. Daf├╝r darf es am Renntag gerne richtig hei├č werden – da leide ich nat├╝rlich auch, aber Andere meist mehr. Der 9.Platz war nach einem 2. Platz beim IM Barcelona und einem 5.Platz beim IM Western Australia f├╝r eine m├Âgliche Hawaii Quali nicht ausreichend. Ich entschied mich 6 Wochen nach Brasilien bei den European Championship in Frankfurt an den Start zu gehen. Leider hatten wir Pech mit unserem Hotel und ich konnte bereits 3 N├Ąchte vor dem Rennen nicht mehr gut schlafen. Dementsprechend m├╝de f├╝hlte ich mich am Rennmorgen. Trotzdem war ich zuversichtlich und motiviert. Beim Rauslaufen aus der Wechselzone mit dem Rad war ich kurz unaufmerksam und bin mit dem gro├čen Zehen so eingespitzt, dass er stark blutete und wie sich danach herausstellte, auch gebrochen war. Nach 70km am Rad musste ich wohl oder ├╝bel einsehen, dass ein Finish an diesem Tag nicht m├Âglich ist. Schluchzend und schwer entt├Ąuscht stieg ich vom Rad - die Hawaii Quali war somit geplatzt. Der ganze Aufwand war trotzdem nicht umsonst – ich konnte wertvolle Erfahrungen sammeln, neue L├Ąnder bereisen, nette Leute kennen lernen und mich als Mensch und Athletin weiterentwickeln.

Um mich wieder zu sammeln und Motivation f├╝r neue Pl├Ąne zu finden, brauchte ich ein kurzes Timeout! W├Ąhrend der Verletzung habe ich einen Kraftblock eingelegt und war mehr mit dem MTB unterwegs. Nach 3 ½ Wochen Laufpause und dem ersten Laufversuch, habe ich mich spontan und zum Spa├č bei den Crosstriathlon Staatsmeisterschften in Berndorf angemeldet. Zu meiner ├ťberraschung und Freude konnte ich als Staatsmeisterin die Heimreise antreten. Die Abwechslung im Training hat gut getan und Spa├č gemacht! Ich war wieder voller Energie und Tatendrang f├╝r die zweite Saisonh├Ąlfte. Ich brenne richtig f├╝r meine n├Ąchste Langdistanz – den IRONMAN Italy Emilia Romagna:) Da passte der IM 70.3 Zell am See perfekt in die Vorbereitung.

3.PLATZ IRONMAN 70.3 Zell am See
Ein Heimrennen ist f├╝r mich immer etwas Besonderes – das heimische Publikum gibt mir so viel Kraft und Energie, an manchen Hotspots wirkten die Zurufe der Zuschauer wie ein Cola oder Gel;) Danke f├╝r eure Unterst├╝tzung, ihr ward der Wahnsinn!!!
Trotzdem das Lauftraining sehr kurz gekommen ist, f├╝hlte ich mich bereit und war zuversichtlich, ein solides Rennen abliefern zu k├Ânnen. Nach meiner Entt├Ąuschung von Frankfurt wollte ich mir keinen Druck machen, was Platzierungen angeht, ich wollte das Rennen so gut es geht 'genie├čen' und Spa├č haben. Ich entschied mich daf├╝r, die Uhr wegzulassen und mich statt auf Zeiten und Zahlen, rein auf mein Gef├╝hl zu verlassen. Meine Trainerin Siri Lindley hat mich nicht nur k├Ârperlich, sondern auch mental gut vorbereitet – es gelang mir 'bei mir' zu bleiben, konzentriert und fokussiert.

Foto: Max Hofst├Ątter, Finishermagazin
Beim Schwimmen fehlte mir ein bisschen die Kraft, die Schwimmmuskeln f├╝hlten sich m├╝de an, daf├╝r war die Leistung ok. Am Rad waren die Beine von Beginn an gut – auf die abwechslungsreiche Strecke habe ich mich schon richtig gefreut. Soviel ich gesehen habe, war das Rennen unter den Profi M├Ądels sehr fair – so macht es am meisten Spa├č. Laura Philipp und Anja Beranek radelten in einer eigenen Liga, den Abstand zum 3. Platz konnte ich aber auf ca. 3min30sec konstant halten. Als 8. auf der Laufstrecke begann die Aufholjagd. Auch die Laufstrecke ist ebenso sch├Ân wie abwechslungsreich. Drei Mal f├╝hrt diese durch Zell, wo die Zuschauer f├╝r G├Ąnsehaustimmug sorgten, aber auch entlang der Strecke am See war ├╝berall was los – danke f├╝r's lautstarke Anfeuern! Nach zwei soliden Laufrunden konnte ich schlie├člich einen sehr emotionalen Zieleinlauf als 3. Profidame genie├čen. Gratulation an die saustarke Siegerin Laura Philipp und zweitplatzierte Anja Beranek. Mein erstes Ironman 70.3 Podium und das bei einem Heimrennen f├╝hlte sich beinahe an wie ein Sieg. Danke an meinen Schatz, mein Team, meine Sponsoren und Ausr├╝ster f├╝r die Unterst├╝tzung – ihr seid Teil dieses Erfolges!

Foto: Max Hofst├Ątter, Finishermagazin
Mit diesem Schwung an positiven Emotionen gehe ich nun in die letzten Vorbereitungswochen f├╝r den IM Italy Ende September:) Ich freu mich drauf!

Foto: Andreas W├╝nscher, Triaguide


Dienstag, 30. Mai 2017

Ironman South American Championship, Brasil – Race Report

Regen, Regen und noch mehr Regen – das war die Wetterprognose f├╝r den Ironman Florianopolis. Das Wetter muss man nehmen wie es ist und es ist f├╝r Alle gleich – es hat zumindest meine Vorfreude nicht getr├╝bt. Am Vorabend habe ich mir ├╝ber die entsprechende Kleidung noch den Kopf zerbrochen. Die Temperaturen waren eigentlich nicht kalt – reicht der Anzug, oder besser doch mit ├ärmlinge, oder gar noch das Trikot dr├╝ber...und Socken?! Da ich sehr k├Ąlteempfindlich bin und ein DNF wegen Unterk├╝hlung keinesfalls riskieren wollte, entschied ich mich f├╝r ALLES. So was von nicht aereo, und manche w├╝rden sagen 'so not Pro' aber besser als frieren und aussteigen m├╝ssen...

Das Schwimmen hat f├╝r mich zum ersten Mal in einem Ironman richtig Spa├č gemacht und war auch durch den M-f├Ârmigen Streckenverlauf mit Landausstieg richtig kurzweilig. Bereits in den letzten Wochen der Vorbereitung habe ich mich im Wasser sehr gut und stark gef├╝hlt und konnte ENDLICH neue Bestzeiten schwimmen. Das Meer war gn├Ądig mit uns Athleten und war im Gegensatz zu einigen Tagen zuvor, wie ein angenehmer riesiger Pool. Es gelang mir, mich in einer gr├Â├čeren Gruppe zu halten und mit ein paar M├Ądels gleichzeitig aus dem Wasser zu steigen.
Leider habe ich wegen der ganzen Bekleidung, die ich nur m├╝hsam ├╝ber den nassen Anzug und die nasse Haut streifen konnte, viel Zeit verloren. Viel zu viel Zeit, ├╝ber die ich mich im Rennen und im Nachhinein noch sehr ge├Ąrgert habe, aber ohne diese Ma├čnahmen, h├Ątte ich vermutlich nicht die erw├╝nschte Leistung abrufen k├Ânnen! Die M├Ądels waren weg und ich hatte ca. 2/3 der Strecke ein sehr einsames Rennen – dabei viel es mir manchmal schwer, fokussiert zu bleiben. Zudem brauchte ich gute 30 km, bis ich mich am Rad gut f├╝hlte und richtig Druck auf das Pedal bringen konnte. Von da an war alles gut und ich konnte das abrufen, was ich drauf hatte. Die Radstrecke war gro├čteils flach mit ein paar wenigen H├╝geln und schnell. 


Ich freute mich schon richtig auf meine Paradedisziplin, weil ich wusste, dass die Laufform gut war. Wie sich die Beine nach dem Radfahren anf├╝hlen, ist trotzdem immer wieder eine ├ťberraschung. Sie f├╝hlten sich gut an, richtig gut. F├╝r dieses Rennen habe ich mir vorgenommen, nicht wie fast immer, mit einer Killer Pace von unter 3:50 wegzulaufen sondern bremste mich auf zumindest 4:05-4:10 min/km runter, um die Erm├╝dung zumindest hinauszuz├Âgern. Anfangs f├╝hlte es sich fast zu einfach an, aber nur anfangs;) Die erste von 3 Runden war gr├Â├čer und hatte ein paar wirklich be├Ąngstigende Anstiege, die ich im Rennen selbst dann aber als gar nicht so f├╝rchterlich empfunden habe. Trotzdem war ich froh die H├Âhenmeter hinter mir zu haben. Erst auf der dritten Runde konnte ich noch 2 Pl├Ątze gutmachen und mich mit einem 3:00:38h Marathon in die Top 10 des stark bestetzen Rennens k├Ąmpfen. Die letzten Kilometer haben richtig weh getan - der 8.Platz war noch zum greifen nahe, der ist sich aber leider trotz Zielsprint (zumindest dachte ich, dass ich sprinte – ein Videobeweis hat dies widerlegt;)) nicht mehr ausgegangen.


Mit dem 9.Platz habe ich leider nicht die gew├╝nschten Kona Points erreicht, freu mich aber trotzdem ├╝ber die Fortschritte und die neuen Bestzeiten beim Schwimmen und Laufen und das Wichtigste: Trotz der widrigen Bedingungen hat es Spa├č gemacht! Laut meiner Betreuer hatte ich (fast) immer ein L├Ącheln im Gesicht:) 

Obrigada Danielle und Fernando f├╝r den perfekten Homestay - es h├Ątte nicht besser sein k├Ânnen. Danke an mein gro├čartiges Team und meine Sponsoren, die mich auf meinem Abenteuer begleiten!

Jetzt erhole ich mich erst einmal gut und dann wird Plan B in Angriff genommen:) #onamission

Mittwoch, 17. Mai 2017

CAME FOR THE FUN - LEFT WITH A WIN

Der International Triathlon Portocolom z├Ąhlt zu einem meiner Lieblingsbewerbe, nicht nur weil dieser im malerischen, beinahe romantischen Wettkampfort Portocolom stattfindet, sondern es bietet sich durch das besondere Format 1/100/10 oder eben 0.5/50/5 und wegen seiner leichten Erreichbarkeit geradezu f├╝r den perfekten Saisoneinstieg an. Der Bewerb ist famili├Ąr und dennoch sehr professionell organisiert. Man merkt mit wieviel Herzblut die Veranstalter dabei sind. Die Strecke macht Spa├č, ist abwechslungsreich und komplett f├╝r das Rennen gesperrt. 

Ich war schon richtig kribbelig und konnte es kaum erwarten, nach den vielen guten Trainingswochen und Monaten endlich meine Form zu testen. W├Ąhrend dieser langen Trainingsphase bin ich so gut wie nie ganz erholt – ich merke, dass ich im Training Fortschritte mache und langsam in Form komme, aber was sich in diesen Wochen bzw. Monaten getan hat, wird erst richtig offensichtlich, wenn der K├Ârper erholt ist und die Speicher aufgef├╝llt sind. Das Training ├╝ber den Winter verlief bis auf eine leichte Verk├╝hlung ganz gut. Das j├Ąhrliche Energieloch im J├Ąnner blieb diesmal aus – vermutlich weil ich bis Anfang Dezember noch unter der australischen Sonne br├╝ten konnte. Ende Februar verbrachte ich 2 ½ Wochen auf Mallorca, leider ohne Lauftraining bedingt durch eine Wadenverletzung. Ansonsten bin ich mit meinem Aufbau bisher sehr zufrieden.
 
Mein Ziel f├╝r den Portocolom Triathlon war es, viel schneller zu sein als mein 2015-ICH vor zwei Jahren, wo ich den Bewerb bereits einmal gewinnen konnte. Das Gef├╝hl beim Abschlusstraining am Vortag war richtig gut und das t├Ąuschte mich nicht. Schwimmen war solide. Am Rad war ich fokussiert und ich f├╝hlte mich stark, im Flachen sowie am Anstieg nach Sant Salvador, der zweimal zu bew├Ąltigen war. Nach der ersten Runde hatte ich einen Vorsprung von ca. 1min30sec auf die starke L├Ąuferin Jenny Schulz, den ich auf keinen Fall mehr hergeben wollte. Es gelang mir sogar, den Vorsprung weiter auszubauen. Nachdem ich am Rad ganz sch├Ân K├Ârner liegen gelassen habe, rechnete ich auf der Laufstrecke mit ziemlich zerst├Ârten Beinen, doch zu meiner freudigen ├ťberraschung ‚lief‘ es eigentlich recht geschmeidig bis zum Finish – doch sobald ich ├╝ber die Ziellinie kam und stoppte, krampften meine Waden so stark, das ich kaum mehr gehen konnte. Ich f├╝hlte mich bis zum Schluss gut, hab mich aber anscheinend doch ganz sch├Ân ausgeleert. Ein Sieg zum Saisonstart ist sehr motivierend und gut f├╝r das Selbstvertrauen - freu mich jetzt umso mehr auf die anstehenden Rennen!

Sonntag, 20. November 2016

DOWN UNDER UPDATE

Neue Lage - 13 Tage...

...bis zum letzten Rennen der Saison. Seit 3 Wochen bereite ich mich in Australien auf den Ironman Western Australia in Busselton vor. Da ich meistens erst sp├Ąt im Jahr so richtig in Form komme und die Motivation noch immer da ist, habe ich mich f├╝r eine weitere Langdistanz entschieden. Au├čerdem versuche ich bereits heuer Punkte fuer eine m├Âgliche Hawaii Teilnahme im kommenden Jahr zu sammeln UND... ich kann es selber kaum glauben, ich habe bereits mein 10tes Langdistanzjubil├Ąum und wollte daf├╝r ein besonderes Rennen aussuchen, das ich noch nie gemacht habe. Ich kann mich noch an meinen ersten Ironman 2012 in Klagenfurt erinnern als w├Ąr es gestern gewesen - good memories! Leider ist das auch der erste Ironman ohne Spielerfrau:( Lotzib├Ąr i hoff i schoff des ohne di!! Bussi;*

Nach drei mehr oder weniger regenerativen Wochen nach dem Ironman Barcelona bin ich also nach Busselton gereist. Ich habe das Gl├╝ck bei einer Gastfamilie wohnen zu d├╝rfen, die sich sehr um mich k├╝mmert. Mir gef├Ąllt es ausgesprochen gut hier und ich genie├če das Training in der W├Ąrme und in unbekanntem Terrain. Schwimmtraining im Meer, immer wieder neue Strassen, Laufwege, Blumen und Tiere zu entdecken macht einfach Spass und das Training kurzweilig. Irgendwie f├╝hlt es sich aber trotzdem seltsam an, im November drau├čen zu schwimmen und in der kurzen W├Ąsche zu trainieren! Seltsam, aber richtig gut:)

Ocean Swim und...
Die Triathlon Community rund um den Busselton Triathlon Club ist ziemlich cool. Die Leute zelebrieren die gemeinsamen, regelm├Ą├čigen Trainingseinheiten und vor allem den obligatorischen "after training coffee" - da bau ich mich auch gerne immer wieder ein:)
Das Training l├Ąuft nach Plan. Die erste Woche hat mich der Jetlag ziemlich lahm gelegt. Au├čer schlafen, trainieren, schlafen, essen, schlafen, schlafen, schlaaaaaafen.. hatte ich f├╝r kaum etwas Anderes Engergie. Die Herzfrequenz war um 5-10 Schl├Ąge h├Âher und ich hatte das

...Geburtstagsausfahrt mit den Busselton Tri Club Chics
Gef├╝hl, mein System arbeitet nicht ├Âkonomisch. Dadurch empfand ich das Training etwas m├╝hsamer. Der letzte grosse Trainingsblock war dann zum Gl├╝ck noch mal richtig gut und ist abgehakt - die Taperphase kann beginnen! F├╝hl mich fit und gut und freu mich riesig auf den Wettkampf. Das Rennen ist stark besetzt - bitte dr├╝ckt mir die Daumen:)

Sonnige Gr├╝├če aus Down Under,
Lisi


Samstag, 8. Oktober 2016

IRONMAN BARCELONA - Un sue├▒o me envolvi├│..

I had this perfect dream - Un sue├▒o me envolvi├│.. singen Freddie Mercury und Montserrat Caball├ę im Song 'Barcelona'. Ich hatte den Traum vom perfekten Rennen in Barcelona..

Die katalonische Costa del Maresme d├╝rfte ein guter Boden f├╝r mich sein. Drei Jahre in Folge konnte ich beim Ironman Barcelona mit Start und Ziel in der kleinen Stadt Calella, ein gelungenes Rennen abliefern. Nach einem harten Rennen habe ich  nach einem 5.Platz 2014 und einem 3.Platz 2015, diesmal mit dem zweiten Platz mein bisher bestes Resultat bei einem Ironman erreicht.
Das Training ├╝ber den Sommer verlief reibungslos, ich konnte gesund und verletzungsfrei viele gute Kilometer sammeln und hatte riesen Spa├č an der Vorbereitung. Das Gef├╝hl war gut und ich war zuversichtlich ein gutes Rennen abliefern zu k├Ânnen. Die Vorfreude ist dann besonders gro├č. Beim dritten Start f├╝hlte es sich au├čerdem bereits ein bisschen wie bei einem Heimrennen an. Ich konnte es kaum erwarten an der Startlinie zu stehen.
Das Schwimmen war f├╝r Profis ohne Neo, was ich als angenehmer empfinde, f├╝r mich als schwache Schwimmerin aber ein Nachteil ist.  Bereits nach 400 Meter waren die F├╝├če der schnellen M├Ądels weg und ich k├Ąmpfte mich alleine durch den welligen Ozean. Der Rhythmus gefiel mir aber und das Gef├╝hl war gut. Zu diesem Zeitpunkt hie├č es f├╝r mich: Geduld! Als 8.Dame kam ich nach ein paar Minuten R├╝ckstand auf die leicht wellige Radstrecke, die gro├čteils entlang der K├╝ste verl├Ąuft. Zu meiner Freude f├╝hlten sich die Beine gro├čartig an und bis zur ersten H├Ąlfte konnte ich auf die Spitze sogar ein paar Minuten gutmachen. Mit dem Wind im R├╝cken und tief in der Aeroposition wurde man richtig schnell auf dieser Strecke - das befl├╝gelt und macht Spa├č, auch wenn es manchmal weh tut.

@Dani Maqueda
Der R├╝ckstand hat sich bis zum Laufen leider doch noch auf ca. 13 Minuten vergr├Â├čert. Die sp├Ątere Siegerin Astrid Stienen legte einen bomben Radsplit hin und machte es auch beim Laufen allen anderen schwer, an sie heranzukommen. Gratuliere zu dieser Spitzenleistung Astrid! Die zweitplatzierte Annah Watkinson war ebenfalls bereits seit 11 Minuten auf der Laufstrecke, als ich als Dritte aus der zweiten Wechselzone lief. Obwohl meine Laufform sicher besser war als die Jahre zuvor, lief es sich diesmal nicht so geschmeidig. Ich habe am Rad h├Ąrter gearbeitet als jemals zuvor, das hinterlie├č Spuren. Es war hei├č, schw├╝l und hat mir alles abverlangt. Trotzdem konnte ich mit dem schnellsten Marathon der Damen in 3:06h auf der letzten Runde noch einen Platz gut machen und zum ersten Mal als zweite Dame den Zieleinlauf genie├čen. Was f├╝r ein Gef├╝hl! Das bedeutet auch die ersten Punkte f├╝r das Kona Ranking 2017:-) Ich bin gl├╝cklich und stolz auf diese Leistung, vom perfekten Rennen tr├Ąume ich aber weiterhin. Eines steht heuer noch am Plan - freu mich ganz besonders drauf. Mehr dazu in K├╝rze.. Danke an meine Sponsoren und Ausr├╝ster, Coach, Betreuer, Familie und Freunde, dass ihr an mich glaubt und mich unterst├╝tzt! 

@Ironman


Sonntag, 31. Juli 2016

WEM - HART UND EHRLICH

So liest sich der Slogan des Waldviertler Eisenmanns (2,3/84/21) und der passt wie die Faust aufs Auge.  Die landschaftlich sch├Âne Strecke mit vielen H├Âhenmetern beim Radfahren und Laufen ist ausgesprochen abwechslungsreich und fordernd.

Bereits beim Schwimmen im Herrensee hatte ich leider zu k├Ąmpfen – mir fehlte es an Wassergef├╝hl und Kraft.  Nach dem Schwimmausstieg bin ich etwas schwindlig und mit einem flauen Gef├╝hl im Magen zu meinem Rad getorkelt. Zum Gl├╝ck hat sich das gleich wieder gelegt. 

Die h├╝gelige Radstrecke habe ich am Vortag besichtigt und mich richtig darauf gefreut. Motiviert h├╝pfte ich auf das Rad um festzustellen, dass aus mir unerkl├Ąrlichen Gr├╝nden die Beine schmerzten – und wie. Das hatte ich so bei einem Rennen noch nie. Den Ironman in Klagenfurt habe ich gef├╝hlsm├Ą├čig gut verkraftet und das Training in den letzten Wochen lief richtig gut. Kurz, aber nur kurz, dachte ich bereits daran, ob in diesem Zustand ein Rennen ├╝berhaupt Sinn macht. Dann stellte ich mich eben auf ein diesmal besonders hartes Rennen ein und biss die Z├Ąhne zusammen. Ein Rennen ist erst vorbei, wenn es vorbei ist – dieser Satz ist so wahr und l├Ąsst mich auch in schwierigen Momenten w├Ąhrend des Rennens nicht den Mut verlieren. Auf der zweiten Runde taten die Beine pl├Âtzlich kein bisschen mehr weh und ich konnte endlich ordentlich dr├╝cken. In der dritten und letzten Runde war das Gef├╝hl dann noch richtig gut und ich konnte mich schlie├člich vom 13.Platz nach dem Schwimmen auf den 5. vorarbeiten.

post race: happy & proud
Mit einem bereits gro├čen R├╝ckstand auf die Spitze von ca. 12 Minuten kam ich auf die Laufstrecke. Yessss, der Laufmotor funktionierte einwandfrei. Auf den vier Runden um den Herrensee, gro├čteils auf Schotter und keineswegs flach, konnte ich jede Runde einen Platz gutmachen bis es zum Schluss noch richtig spannend wurde. Mit der schnellsten Laufzeit bei den Damen und der 6. schnellsten insgesamt, konnte ich noch bis auf 23 Sekunden zur f├╝hrenden Dame Simone Kumhofer heranlaufen. So knapp! Ich bin mit dem zweiten Platz und dem Vizestaatsmeistertitel sehr gl├╝cklich. Gratulation an Simone Kumhofer zum Sieg und Simone F├╝rnkranz zum 3. Platz. Es war an diesem hei├čen Tag bestimmt f├╝r niemanden ein leichtes Rennen.

Die lange Anreise in das sch├Âne Waldviertel hat sich jedenfalls ausgezahlt. Danke an das WEM Team, die freiwilligen Helfer und Zuschauer f├╝r diese gelungene Veranstaltung! Die Qualifikation f├╝r die ETU Double Olympic Distance Europameisterschaft am 4. September in Walchsee habe ich somit auch in der Tasche. Ich freu mich drauf! 

Danke an meine Sponsoren und Ausr├╝ster die mich auf meinem Weg begleiten und unterst├╝tzen: Airstreeem, Austin/BFP, Bont Cycling, City Yoga Graz, Cocoonsports, Leistungssportbetreuung Wolf,  Pure Encapsulations, Radfuchs,  Sailfish, Vatter&Partner